Am Spitzentreffen der Berufsbildung 2025 wurde vereinbart, Grundsatzfragen zur Berufsbildung wissenschaftlich zu untersuchen und zusammen mit der Berufsbildungspraxis sowie Expertinnen und Experten zu diskutieren.
Im Projekt «Grundsatzfragen: Inventar Forschungsstand» werden Grundsatzfragen zur Berufsbildung wissenschaftlich untersucht, mit der Berufsbildungspraxis sowie Expertinnen und Experten diskutiert und ein Inventar des Forschungsstands erstellt.
Im vom Spitzentreffen der Berufsbildung verabschiedeten Bericht zur Attraktivität der Berufsbildung sind wichtige Themen benannt. Die TBBK hat eine Priorisierung der aufgeworfenen Fragen vorgenommen und vier prioritäre Themenfelder definiert, die jeweils von einer Leitfrage eingerahmt werden:
- Gewinnung von Jugendlichen und Erwachsenen für die Berufsbildung
Wie gelingt es, Jugendliche und Erwachsene für die Berufsbildung zu gewinnen? - Auswirkungen der künstlichen Intelligenz auf die Berufsbildung
Wie verändert KI den Arbeitsmarkt und was bedeutet dies für die Berufsbildung? - Berufsentwicklung im Spannungsfeld zwischen Arbeitsmarkt und Bildungssystem
Wie sind die Profile und Angebote in der Berufsbildung (berufliche Grundbildung und höhere Berufsbildung) zu gestalten, damit Berufsleute sowohl arbeitsmarktfähig als auch anschlussfähig sind für das lebenslange Lernen? - Positionierung, Steuerung und Koordination der Angebote im gesamten Bildungssystem
Wie kann sichergestellt werden, dass bildungspolitische Entscheide zur Angebotsbereitstellung innerhalb der Bildungsstufen und bildungsstufenübergreifend koordiniert erfolgen?
Im Projekt werden die Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft bei sämtlichen Schritten eng einbezogen. Sie sind Sparringpartner bei der Schärfung der Grundsatzfragen, Quellen bei der Erhebung des Forschungsstands und bilden ein Validierungsorgan, um die Zwischenergebnisse zu prüfen. Das Validierungsorgan wird von der TBBK eingesetzt. Dabei wird auf eine ausgewogene Vertretung unterschiedlicher wissenschaftlicher Perspektiven und Disziplinen geachtet. Miteinzubeziehen sind zudem einschlägige Erfahrungen aus anderen Projekten sowie die Sicht der Praxis.
Projektziel
In einem Bericht werden ein Inventar des Forschungsstands zu den zentralen Herausforderungen in Zusammenhang mit der Attraktivität der Berufsbildung sowie die Beschreibung allfälliger Datenlücken gesammelt.
Auf der Basis der Resultate aus diesem Projekt erfolgt in einem weiteren Schritt die Eruierung des Handlungsbedarfs und die Definition weiterer Projekte, ebenfalls unter Einbezug von Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis sowie der TBBK.
Projektstand
Das SBFI hat der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung (EHB) im März 2026 ein Mandat für die Umsetzung des Projekts erteilt. An der Verbundpartnertagung vom 24. März 2026 wurden die aufgeworfenen Grundsatzfragen in einem ersten Schritt aus der Sicht der Praxis diskutiert. Auf der Grundlage dieser Diskussionen wird die EHB die Grundsatzfragen unter Einbezug von Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft schärfen. Dann erfolgt die Erhebung des Forschungsstands sowie das Festmachen allfälliger Forschungslücken. Die Resultate werden in einem Bericht festgehalten, der Anfang 2027 publiziert wird.
Weiterführende Informationen
- Bericht «Attraktivität der Berufsbildung - Bericht zuhanden des nationalen Spitzentreffens der Berufsbildung vom 20. November 2025»
- Verbundpartnertagung 2026
Träger
Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI