Modelle der Flexibilisierung für die Berufsbildung

Die Schweizerische Berufsbildungsämter-Konferenz SBBK erarbeitet ein Flexibilisierungsmodell für die schulische Bildung. Darin werden die Berufskenntnisse aufgeteilt in berufliche Kernkompetenzen, welche die Identität des Berufes ausmachen sowie in spezifische Handlungskompetenzen, welche von den Organisationen der Arbeitswelt autonom, rasch und flexibel den aktuellen Bedürfnissen des Arbeitsmarkts anpasst werden können.

Der SBBK-Vorstand will eine grundlegende Haltung und mögliche Modelle zur Flexibilisierung der Berufsbildung entwickeln und mit den Verbundpartnern diskutieren. Eine Arbeitsgruppe mit Mitgliedern der erweiterten SBBK wurde bereits 2018 beauftragt zu diskutieren, welche Art von Modularisierung denkbar und sinnvoll ist. Die damals definierten Eckwerte und Gelingensbedingungen der Modularisierung werden für die Weiterarbeit im Projekt «Modell der Flexibilisierung für die Berufsbildung» verwendet und weiterentwickelt. Die Prämissen dazu sind: die Beibehaltung des Berufskonzepts/der Berufsidentität, der Fokus auf die schulische Bildung (Berufsfachschulen, üK-Zentren) und auf die Handlungskompetenzorientierung, die Unterscheidung zwischen Weg und Abschluss (Qualifikationsverfahren) sowie die Nutzung von Synergien über Berufe hinweg.

Projektziel

Träger
Schweizerische Berufsbildungsämter-Konferenz SBBK

Kontakt
Karin Rüfenacht
Geschäftsstelle Schweizerische Berufsbildungsämter-Konferenz SBBK
+41 31 309 51 66
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Christof Spöring
Leiter Dienststelle Berufs- und Weiterbildung, Luzern
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Ziel des Projektes ist es, dass die SBBK ein Flexibilisierungs-Modell erarbeitet, das für die schulische Bildung nebst den standardisierten Unterrichtsbereichen «Allgemeinbildung / Erstsprache / Sport» und «Berufskenntnisse» sogenannte «spezifische Handlungskompetenzen» vorsieht. Diese werden von den Organisationen der Arbeitswelt definiert und können flexibel und rasch auf die aktuellen Bedürfnisse des Arbeitsmarktes angepasst werden. Das Modell soll zuerst mit ausgewählten Organisationen der Arbeitswelt theoretisch durchgespielt und anschliessend in Pilot-Versuchen praktisch umgesetzt werden.

Als Output des Projekts kann ein effizienter Mitteleinsatz in den Berufsfachschulen resultieren, wenn Lernende in verwandten Berufen mit gleichen Handlungskompetenzen gemeinsam unterrichtet werden. Nicht zuletzt soll durch die Definition von klaren Verantwortlichkeiten unter den Bildungspartnern die Finanzierung effizient ge-steuert werden können.

Entwurf des Modells

Der Rahmen des Modells bildet das Berufskonzept/die Berufsidentität, die trotz allen Flexibilisierungsbestrebungen beibehalten werden sollen. In diesem Rahmen sind die verschiedenen Kompetenzen und Gefässe der Berufsbildung aufgeführt wie auch die Verantwortung für deren Durchführung. Angedacht ist, dass «Allgemeinbildung/Erstsprache/Sport» in diesem Projekt nicht verändert werden. Die Berufskenntnisse werden aufgeteilt in «berufliche, Berufsfeldübergreifende» und «spezifischen Handlungskompetenzen». Berufliche Kompetenzen bilden die Identität des Berufes, berufsübergreifenden Module könnten gegebenenfalls über mehrere Berufe oder Berufsfelder hinweg vermittelt werden. Die «spezifischen Handlungskompetenzen» sind die auf die Berufe zugeschnittenen Inhalte, die flexibel und rasch an die Veränderungen im Arbeitsmarkt angepasst werden können; sie greifen neue, innovative und spezifische (Trend-)Themen auf, die eine kürzere Lebenszeit aufweisen und deshalb auch flexibler überarbeitet und verändert werden können. Die Anzahl der Berufsfachschul-Lektionen soll für die drei Niveaus (EBA 2 Jahre, EFZ 3 Jahre, EFZ 4 Jahre) auf dem bisherigen Maximum festgelegt werden, das unabhängig von Anzahl und Inhalt der «spezifischen Handlungskompetenzen» gleichbleibt. Ausserdem soll das Qualifikationsverfahren als Abschlussprüfung beibehalten werden, weil eine gesamtheitliche Schlussqualifikation für das Berufskonzept als wichtig erachtet wird.

Projektstand

Das Projekt ist mit einer ersten Arbeitsgruppensitzung am 19.02.2019 gestartet. In einer zweiten Runde am 03.05.2019 wird der Entwurf des Flexibilisierungsmodells mit ausgewählten Vertretern des Arbeitsmarktes theoretisch durchgespielt. Im Rahmen der Verbundpartnertagung vom 08.05.2019 wird das Modell weiter kon-solidiert und die nächsten Schritte geplant.

Weiterführende Informationen

Modellentwurf